Studien

Outsourcing in Deutschschweizer KMU

Auftraggeber: ABA Management AG
Autoren: Carla Vieira, Armin Baumann
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Management Summary
Für die vorliegende Studie wurde die Primärforschungsmethode eingesetzt. Der Fragebogen umfasste 34 Fragen. Dabei wurden nebst dem IT-Outsourcing auch bezüglich weiteren, möglichen zu vergebende Bereiche wie zum Beispiel Personalmanagement, Marketing, etc. befragt. Die Befragung erfolgte schriftlich, wobei die Fragebogen per Internet über die Webseite ausgefüllt werden mussten. Es wurden 2'617 KMU mit einer Mitarbeiterzahl von 1 bis 249 angeschrieben, welche ein statistisches Abbild der Schweizer KMU darstellen. Der Rücklauf betrug 134 Firmen. Mit der Studie wollte man feststellen, ob das Potential des Outsourcings voll ausgeschöpft wird. Von Interesse war auch die Erwartungshaltung der KMU bezüglich den Vorteilen von Outsourcing und der Realisierung dieser Vorteile.

Viele Unternehmen schenken auf Outsourcing spezialisierten Anbietern das Vertrauen, da sie Kosten einsparen wollen, Spezialisten-Know how brauchen oder sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren wollen. Die grosse Mehrheit der antwortenden Firmen vertraut nur einem einzigen Partner. Dadurch ist der Verwaltungsaufwand kleiner, die Abhängigkeit jedoch umso grösser. Dies lässt auf Verträge mit tendenziell längeren Laufzeiten schliessen. Die Resultate zeigen, dass Anbieterauswahl, Qualität der erwarteten Leistungen, Know how sowie Termintreue des Anbieters als weitaus wichtiger bewertet wurden als der Preis. In der Vergangenheit wurde Outsourcing hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt von Kosteneinsparungen durchgeführt – mit diesbezüglichen Erwartungen von bis zu 40 % der Antwortenden, was jedoch meistens nicht eingetroffen ist. Dies wurde offensichtlich erkannt. Es wird wieder vermehrt auf das Know how der Anbieter gesetzt. Die Arbeitsqualität muss stimmen und die Termine eingehalten werden. Ob der Outsourcing-Anbieter etabliert, geografisch in der Nähe liegt oder gar die Grösse des Unternehmens ist zweitrangig. Die Qualität steht über allem.

Bei der Zufriedenheitsanalyse ist ein ähnlicher Trend feststellbar. Man erwartet gemäss ersten Tendenzen hauptsächlich eine Qualitätsverbesserung und die Nutzung neuester Technologien. Die Konzentration auf Kernkompetenzen ist an dritter Stelle, mit grösserem Abstand vor einer gewissen Entlastung des IT-Personals genannt. Das Kriterium der Kosteneinsparung liegt am unteren Ende der Zufriedenheitsrangliste. Trotzdem, unzufrieden mit den erbrachten externen Leistungen sind Unternehmen in den wenigsten Fällen. Erfahrungen zeigen, dass oftmals ausreichend vorbereitete Outsourcing-Verträge fehlen oder sogar Basisangaben vernachlässigt werden.

Nur wenige Firmen bereuen den Schritt des Outsourcings. Dies lässt die einstellige Prozentzahl der Firmen vermuten, die ausgelagerte Leistungen wieder zurückholen. Qutsourcing wird wieder vermehrt als Instrument erkannt, um die Qualität zu verbessern. Dieses Kriterium steht über allem, bei Nutzung neuester Technologien und Konzentration auf Kernkompetenzen. Das deckt sich auch mit den Aussagen bezüglich Zufriedenheit, kann jedoch auch andere Gründe haben. So kann die Abhängigkeit zu einem Anbieter derart gross sein, dass der Schritt des Backsourcing zu kosten- und zeitintensiv wäre.

Netzwerk- und IT-Security-Dienstleistungen werden mit Abstand am häufigsten ausgelagert. Dies überrascht auch nicht weiter, da diese Bereiche spezifische Fachkenntnisse benötigen. Entsprechende Spezialisten sind häufig sehr teuer und können gerade in kleinen Firmen nicht optimal ausgelastet werden. Da Hardware-Management und Wartung heute sehr oft im Zusammenhang mit dem Kauf angeboten werden, wird dieses Angebot oft genutzt. Bei Applikationen wird meist auf externen Software-Support gesetzt, gefolgt von der Wartung bestehender Applikationen sowie der Einführung und Anpassung von Standard-Software-Paketen. Für das Design von Webseiten sowie das Webhosting wird auch vermehrt auf externe Spezialisten zurückgegriffen.

Die Studie zeigte auch, dass den KMU nicht bewusst ist, dass wenn kleinere Arbeiten oder Unteraufgaben vergeben werden, es sich dabei auch um Outsourcing handelt. Auch bei dieser Studie, wie bei früheren von uns durchgeführten Studien, ist erkennbar, dass nicht der Willen hemmend ist sondern das fehlende Wissen der KMU. Deshalb muss Aufklärungsarbeit mehr Gewicht gegeben werden.

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